10. Hebt die herabgesunkenen Hände empor

„Darum sei treu; steh in dem Amt, das ich dir bestimmt habe; steh den Schwachen bei, hebe die herabgesunkenen Hände empor, und stärke die müden Knie.“ (LuB 81:5)

Unterstützen wir unseren Angehörigen auf rechtschaffene Weise

Wenn unser Angehöriger schlechte Entscheidungen trifft, die ernste Folgen nach sich ziehen, ist es ganz natürlich, dass wir ihn vor diesen Folgen bewahren wollen. Vielleicht versuchen wir, den Schaden selbst zu beheben und stellvertretend für ihn etwas wiedergutzumachen. In manchen Fällen kann unsere Hilfe von großem Nutzen und sogar lebensrettend sein, wir müssen aber aufpassen, dass wir ihn nicht in seiner Sucht unterstützen oder ihm gar den Weg ebnen, zu sündigen. Wenn wir in die Falle tappen, den geliebten Menschen ständig aufzufangen, verhindern wir unter Umständen seine Genesung und bewirken nur, dass er sich nicht gleich an den Herrn um Hilfe wendet.

Denken Sie daran: „Der Herr … kann nicht mit dem geringsten Maß von Billigung auf Sünde blicken.“ (LuB 1:31.) Wenn unser Angehöriger die negativen Folgen seines Handelns spürt, kann dies ihn dazu bewegen, sich zu ändern (siehe Lukas 15:17). Der Prophet Alma erklärte seinem Sohn: „Ich würde nicht bei deinen Verbrechen verweilen und dir die Seele martern, wenn es nicht zu deinem Besten wäre.“ (Alma 39:7.) Wir alle sind für unsere Worte, Taten und Gedanken verantwortlich (siehe Mosia 4:30); wir können unserem Angehörigen die Verantwortung für sein Handeln nicht abnehmen. Er kann nur durch Umkehr und Gehorsam gegenüber den Geboten geheilt werden, Vergebung für seine Fehler erlangen und aufrecht vor dem Herrn stehen. Wir unterstützen ihn, indem wir ihn in seinen Bemühungen bestärken, zu Christus zu kommen und von seiner Sucht zu genesen.

  • Man kann seinen Angehörigen in seiner Genesung unterstützen oder diese verhindern. Worin besteht der Unterschied?

  • Warum ist es wichtig, dass Ihr Angehöriger für das verantwortlich ist, was er tut?

Unterstützen und ermutigen wir unseren Angehörigen

Der Mensch, den wir lieben, muss viele Prüfungen durchmachen, wenn er sich um Genesung bemüht. Vielleicht fühlt er sich gebrochen und unvollkommen und meint, die Liebe Gottes und unsere Liebe nicht zu verdienen. Er kann sogar die Hoffnung verlieren, jemals wieder rein zu sein oder von seiner Sucht zu genesen. Damit er sich ändern kann, braucht er Hoffnung auf die Zukunft und die Gewissheit, dass er die Mühe wert ist. Wir haben nicht die Aufgabe, für ihn zu genesen, vielmehr müssen wir ihm Mut machen und ihn lieb haben, während er auf seine Genesung hinarbeitet. Wenn wir unserem Glauben an den Erretter Ausdruck verleihen und unseren Angehörigen in seinen aufrichtigen Bemühungen unterstützen, kann ihm dies helfen, Fortschritt zu machen und schließlich zu genesen.

Der Erretter ist das vollkommene Beispiel dafür, wie man andere unterstützt und ermutigt. Er war „von Mitleid … erfüllt“ für seine Mitmenschen (3 Nephi 17:6; siehe auch Matthäus 9:36; 14:14). Schwester Barbara Thompson, ehemaliges Mitglied der FHV-Präsidentschaft, hat erklärt: „Mitgefühl bedeutet, dass man für den anderen Liebe und Barmherzigkeit empfindet. Es bedeutet, dass man verständnisvoll ist und sich wünscht, das Leid des anderen zu lindern. Es bedeutet, dass man freundlich und einfühlsam ist.“ („Habt Mitgefühl und bewirkt Gutes“, Liahona, November 2010, Seite 119.) Wenn wir Mitgefühl haben, bemühen wir uns, zu verstehen, wie beschämt oder verzweifelt unser Angehöriger sich fühlen mag, und wir berücksichtigen alle Anstrengungen, die er unternimmt. Wir tragen einer des anderen Last, trauern mit den Trauernden und trösten diejenigen, die des Trostes bedürfen (siehe Mosia 18:8,9). Mitgefühl bedeutet nicht, dass wir seine schlechten Entscheidungen gutheißen oder sein falsches Verhalten entschuldigen. Wir reichen ihm jedoch liebevoll die Hand und ermutigen ihn.

  • Welche Rolle spielt Mitgefühl, wenn es darum geht, den geliebten Menschen zu unterstützen?

  • Wie können Sie Ihr Mitgefühl zum Ausdruck bringen?

Kümmern wir uns weiterhin um unseren Angehörigen

Der Mensch, den wir lieben, ist für seine Genesung selbst verantwortlich und möglicherweise ist er noch nicht bereit, unsere Unterstützung anzunehmen. Es kann sogar passieren, dass er unsere Bemühungen, zu helfen, zurückweist oder sie uns übelnimmt. Vielleicht fühlen wir uns entmutigt und machtlos, wenn wir zusehen müssen, wie er in seiner Sucht verbleibt. Doch wir können ihn trotzdem lieb haben und für ihn beten. Der Erretter hat uns in Bezug auf diejenigen, die in geistiger Hinsicht zu kämpfen haben, aufgefordert: „Solchen Menschen sollt ihr auch weiterhin dienen; denn ihr wisst nicht, ob sie nicht zurückkommen und umkehren und mit voller Herzensabsicht zu mir kommen und ich sie heilen werde; und ihr werdet das Mittel sein, um ihnen die Errettung zu bringen.“ (3 Nephi 18:32.) In der Zwischenzeit können wir für unseren Angehörigen beten und ihm in passender Form beistehen. Der himmlische Vater segnet ihn, wenn wir für ihn beten und unseren Glauben für ihn ausüben. Elder Robert D. Hales hat gesagt, dass der Glaube, die Gebete und die Mühen eines Angehörigen zum Wohl des geliebten Menschen geweiht werden. (Siehe „Mit allem Gefühl eines liebevollen Vaters“, Liahona, Mai 2004, Seite 88.) Unser Angehöriger tut vielleicht nichts dafür, dass es ihm wieder besser gehen kann, aber wir wissen, dass unsere Gebete für ihn vom Vater im Himmel gehört werden, der uns liebt.

  • Wie können Sie sich gegenüber dem Menschen, der Ihnen nahesteht, verhalten, wenn er offenbar nicht bereit oder willens ist, Ihre Unterstützung anzunehmen?

 

Dienen wir auch anderen Menschen

Wann auch immer unsere Herausforderungen überwältigend scheinen oder unsere Lage hoffnungslos aussieht, können wir geistige Erneuerung finden, indem wir anderen Gutes tun. Wenn wir anderen helfen, haben wir die Möglichkeit, über unsere eigenen Probleme und Herausforderungen hinauszuschauen. Wir können natürlich nicht für jeden da sein, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht schneller laufen, als wir Kraft haben (siehe Mosia 4:27). Aber selbst die einfachsten Liebesdienste können dem Empfänger guttun und ihn aufmuntern – und unsere eigene Stimmung heben. Elder M. Russell Ballard hat gesagt, dass der Geist uns in solchen Bemühungen führen kann: „Wann immer wir dienen, müssen wir auch empfänglich für die Eingebungen des Heiligen Geistes sein. Die sanfte, leise Stimme wird uns zuflüstern, wer unsere Hilfe braucht und wie wir helfen können.“ („Freude finden, indem man liebevoll dient“, Liahona, Mai 2011, Seite 48.) Anderen zu helfen, ist eine Möglichkeit, wie wir dem Vater im Himmel und dem Erlöser unsere Liebe und Dankbarkeit zeigen können. Wir wissen: „Wenn ihr im Dienste eurer Mitmenschen seid, [seid] ihr nur im Dienste eures Gottes.“ (Mosia 2:17.)

  • Wie hat die Tatsache, dass sie für andere da waren, Ihnen schon geholfen, Ihre eigenen Prüfungen besser zu ertragen?

  • Welche Möglichkeiten und Gelegenheiten haben Sie, anderen Gutes zu tun?

  • Wie führt der Geist Sie bei diesen Bemühungen?

Schriftstudium

Denken Sie gebeterfüllt darüber nach, ob Sie die folgenden Quellen in Ihr persönliches Studium einbeziehen möchten.

Mosia 18:8-10 (wir haben gelobt, einer des anderen Last zu tragen)

Mosia 18:29; 3 Nephi 26:19 (die Nephiten kümmerten sich umeinander in ihren zeitlichen und geistigen Bedürfnissen)

3 Nephi 18:23,30-32 (wenn wir anderen weiterhin in geistiger Hinsicht dienen, können wir dazu beitragen, ihnen die Errettung zu bringen)

David L. Beck, „Eure heilige Pflicht zu dienen“, Liahona, Mai 2013, Seite 55ff.

„Verantwortung in der Familie“, Grundbegriffe des Evangeliums, 2011, Seite 239–245

„Auf Herausforderungen in der Ehe reagieren“, Ehe und Familie – Leitfaden für den Lehrer, Seite 18–22

„Unterstützung bei der Genesung“PornografieÜberwinden.org

Videos: „Dienst am Nächsten“„Über den Einzelnen wachen“, „Der Auftrag von Engeln“

 

Lernen und umsetzen

Die folgenden Vorschläge sollen Ihnen das Lernen erleichtern und Ihnen helfen, das Gelernte anzuwenden. Führen Sie Tagebuch und tragen Sie darin Ihre Gedanken, Gefühle, Erkenntnisse und Pläne ein, wie Sie das Gelernte umsetzen wollen. Da Ihre Bedürfnisse und Lebensumstände im Fluss sind, kann Ihnen einiges noch klarer werden, wenn Sie diese Anregungen immer wieder aufgreifen.

Anleitung zur Unterstützung von Ehepartnern und anderen Angehörigen

Ehepartner und Angehörige

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