4. Naht euch mir

„Naht euch mir, und ich werde mich euch nahen; sucht mich eifrig, dann werdet ihr mich finden; bittet, und ihr werdet empfangen; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.“ (LuB 88:63)

Verlassen wir uns auf Gottes Führung

Häufig sehen wir uns vor Probleme gestellt, die uns unüberwindlich erscheinen und unser Begriffsvermögen übersteigen. Die Tatsache, dass wir Hilfe brauchen, kann uns dazu bewegen, unseren liebevollen himmlischen Vater um Führung bitten. Uns wurde geraten: „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten.“ (Jakobus 1:5.) Der himmlische Vater möchte unsere Gebete erhören und spricht zu uns durch den Heiligen Geist. Elder Richard G. Scott hat gesagt: „Eingebungen des Geistes können die Antwort auf ein inniges Gebet sein oder von allein kommen, wenn man sie braucht. Manchmal offenbart der Herr Wahrheiten, wenn man gar nicht bewusst danach trachtet, zum Beispiel, wenn man in Gefahr ist und es nicht weiß.“ („Wie wir geistige Führung erhalten“, Liahona, November 2009, Seite 8.)

Es kann sein, dass wir uns anstrengen müssen, um Offenbarung zu erhalten. Präsident Harold B. Lee sagte: „Wir entwickeln unser geistiges Ich durch Übung. … Wir müssen unser geistiges Ich … genauso sorgfältig schulen wie unseren physischen Körper.“ Er riet: „Nehmen Sie sich die Zeit, jeden Tag in Ihrem Leben heilig zu sein.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Harold B. Lee, Seite 175f.) Es ist wichtig, dass wir uns Zeit einräumen, um zu meditieren, nachzudenken und unser Herz dem Himmel zuzuwenden. Das hilft uns, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu empfangen, zu erkennen und zu verstehen.

Die Situation mit dem Menschen, der uns am Herzen liegt, erfordert unter Umständen dringend unsere Aufmerksamkeit, sodass wir vielleicht verzweifelt um Antworten oder Weisung bitten. Möglicherweise erwarten wir sofort geistige Hilfe, weil wir die Angelegenheit als so dringlich empfinden. Manchmal kommen die Antworten des Herrn zwar schnell, doch in den heiligen Schriften steht, dass uns Offenbarung je nach Bedarf „Zeile um Zeile“ (2 Nephi 28:30) gegeben wird. Wir können geduldig „dem Herrn vertrauen“ (Jesaja 40:31) und darauf bauen, dass er zu uns sprechen wird. So können wir vermehrt Langmut entwickeln und unseren Charakter festigen. So wie das Volk Nephi die Stimme, die es hörte, erst beim dritten Mal verstand (siehe 3 Nephi 11:3-5), kann es auch bei uns eine Weile dauern, bis wir persönliche Offenbarung erkennen.

  • Inwiefern haben Sie schon verspürt, dass der Herr Sie in Ihrer Beziehung zu dem besagten Menschen führt und leitet?

  • Wie werden Sie sich um Offenbarung vom Herrn bemühen, um Weisung zu erhalten?

Die Teilnahme am Abendmahl

Das Abendmahl ist eine Zeit, in der man sich besinnt. Wir nehmen das Abendmahl zum Gedenken an das Sühnopfer Jesu Christi, das er für uns gebracht hat, und um unsere Bündnisse zu erneuern. Das Abendmahl kann für uns ein heiliges Erlebnis sein, bei dem wir unseren Willen mit dem Willen Gottes in Einklang bringen und uns ihm unterordnen und bei dem wir geistig gestärkt werden. Dafür mag es erforderlich sein, dass wir eine Zeit lang nicht über unseren Angehörigen nachdenken, sondern uns auf unsere eigene geistige Kraft konzentrieren. Es ist zwar etwas ganz Natürliches, dass wir während des Abendmahls unsere Gedanken den Menschen zuwenden, die wir lieben, und darüber nachdenken, wie ihre Schwierigkeiten sich auf uns auswirken, aber wir müssen diese Zeit auch unbedingt dafür nutzen, unsere Beziehung zu Gott und dem Erretter zu stärken. Im Gegenzug werden wir durch die befähigende Macht des Erlösers Jesus Christus geistig gestärkt. Es ist wichtig, dass wir uns durch nichts davon abhalten lassen, unsere Bündnisse mit dem Herrn zu erneuern, – nicht einmal von den Taten und Entscheidungen der Menschen, die wir lieben.

Auch wenn wir uns wünschen, dass sie zu Christus kommen, um geheilt zu werden, ist das etwas, was sie selbst tun müssen. Der Vater im Himmel wartet geduldig darauf, dass sie Glauben an Christus ausüben und die notwendigen Schritte zur Genesung unternehmen. Auch wir müssen geduldig sein und unseren Willen mit dem Willen Gottes in Einklang bringen. Beim Abendmahl können wir zeigen, dass wir willens sind, uns dem Vater im Himmel unterzuordnen und im Glauben auszuharren. Unsere sehnlichen Wünsche durch Vertrauen auf seinen Willen zu ersetzen, ist eine Möglichkeit, wie wir den Namen Christi auf uns nehmen und immer an ihn denken können (siehe LuB 20:77,79).

  • Wie kann die heilige Handlung des Abendmahls Sie stärken?

 

Besuchen wir den Tempel

Vielleicht fällt es uns schwer, in den Tempel zu gehen, weil jemand, den wir lieben, uns nicht begleiten kann. Die Schwäche und die Abhängigkeiten eines geliebten Menschen beeinträchtigen jedoch nicht das Recht eines Ehepartners oder Angehörigen, den Tempel zu besuchen. Sie sollen in uns auch nicht das Gefühl auslösen, wir wären nicht würdig, in den Tempel zu gehen. Durch den Gottesdienst im Tempel können wir mit der Kraft und den Segnungen ausgestattet werden, die wir brauchen, um weiter vorwärtszustreben und uns eine ewige Perspektive zu bewahren. Präsident Boyd K. Packer hat gesagt: „Der Tempel ist das eigentliche Zentrum der geistigen Stärke der Kirche. Es ist zu erwarten, dass der Widersacher versucht, uns als Kirche und auch jeden Einzelnen von uns in dem Bestreben, an diesem heiligen und inspirierten Werk mitzuwirken, zu stören.“ („Der heilige Tempel“, Liahona, Oktober 2010, Seite 35.) Wir können uns dem Herrn in seinem Haus nahen und seine Kraft empfangen, um voll Glauben und Hoffnung voranzugehen.

Präsident Packer fährt fort: „Wenn jemand in der Kirche Sorgen hat oder ihm eine schwerwiegende Entscheidung auf der Seele lastet, ist es nicht ungewöhnlich, dass er zum Tempel geht. Das ist ein guter Ort, an den wir unsere Sorgen tragen können. Im Tempel gewinnen wir eine geistige Perspektive. … Manchmal sind wir mit Problemen überhäuft und so vieles nimmt uns gleichzeitig in Anspruch, dass wir einfach nicht klar denken und sehen können. Im Tempel scheint sich jedoch die Staubwolke der Verwirrung aufzulösen, der Nebel und der Dunst lichten sich, und wir können manches ‚sehen‘, was wir vorher nicht wahrnehmen konnten, und wir finden einen Weg durch die Schwierigkeiten, den wir vorher nicht gekannt haben.“ („Der heilige Tempel“, Liahona, Oktober 2010, Seite 35.)

  • Inwiefern hat der Gottesdienst im Tempel sich für Sie schon als Segen erwiesen? Wie kann der Tempelbesuch Sie angesichts Ihrer gegenwärtigen Probleme stärken?

Bemühen wir uns um den Heiligen Geist als Begleiter

Der Heilige Geist kann uns bei unseren Entscheidungen führen und uns vor körperlichem und geistigem Schaden bewahren. Durch ihn können wir die Gaben des Geistes empfangen – zu unserem Nutzen und zum Nutzen der Menschen, die wir lieben und denen wir dienen (siehe LuB 46:9-11). Er ist wahrhaftig der Beistand (siehe Johannes 14:26). So, wie die sanfte Stimme liebevoller Eltern ein weinendes Kind beruhigen kann, können die Einflüsterungen des Geistes uns die Ängste nehmen, die Unruhe vertreiben, mit der uns die Sorgen des Lebens zusetzen, und uns trösten, wenn wir trauern. Der Heilige Geist kann uns „mit Hoffnung und vollkommener Liebe“ erfüllen und uns „das Friedfertige des Reiches“ lehren (Moroni 8:26; LuB 36:2).

Es kann schwierig sein, die Einflüsterungen des Geistes wahrzunehmen, vor allem in so emotionsgeladenen Situationen, wie wir sie manchmal mit unseren Lieben erleben. Manchmal mögen wir uns fragen, ob die Eindrücke, die wir wahrnehmen, unseren eigenen Gefühlen entspringen oder ob es Eingebungen durch den Heiligen Geist sind. Elder David A. Bednar hat gesagt: „Wenn wir den aufrichtigen Wunsch haben, den Heiligen Geist als ständigen Begleiter bei uns zu haben, uns durch unseren Gehorsam und unser Handeln für seinen Einfluss öffnen und lernen, einfache Eingebungen schnell zu befolgen, dann ist uns gewiss verheißen, dass wir den Unterschied zwischen unseren eigenen Gefühlen, die uns sagen, was wir hören wollen, und dem Heiligen Geist, der uns sagt, was wir hören müssen, erkennen.“ („Receiving, Recognizing, and Responding to the Promptings of the Holy Ghost“, Andacht an der Brigham-Young-Universität Idaho, 31. August 1999, byui.edu.) Der Heilige Geist schenkt uns Frieden und führt und leitet uns, wenn wir uns darum bemühen und im Glauben vorwärtsschreiten.

  • Wie hat der Heilige Geist Sie in schwierigen Zeiten schon getröstet?

  • Wie haben Sie gelernt, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu erkennen?

  • Welche Eingebungen haben Sie vom Heiligen Geist empfangen? Wie werden Sie danach handeln?

Schriftstudium

Denken Sie gebeterfüllt darüber nach, ob Sie die folgenden Quellen in Ihr persönliches Studium einbeziehen möchten.

1 Könige 19:9-12; Helaman 5:30; Lehre und Bündnisse 6:14-16,23; 8:2,3; 11:12-14 (der Geist spricht zu uns auf unterschiedliche Weise)

Johannes 14:26,27 (der Heilige Geist ruft uns vieles ins Gedächtnis und lässt uns Frieden empfinden)

1 Nephi 15:8-11 (der Herr tut uns manches kund)

2 Nephi 32:3-5 (wir empfangen Offenbarung durch die Worte Christi und durch den Heiligen Geist)

Alma 17:2,3 (die heiligen Schriften, das Gebet und das Fasten sind Mittel, durch die wir Offenbarung empfangen)

David A. Bednar, „Der Geist der Offenbarung“, Liahona, Mai 2011, Seite 87–90

Robert D. Hales, „In sich gehen: das Abendmahl, der Tempel und die Opfer, die man bringt, um zu dienen“, Liahona, Mai 2012, Seite 34ff.

Richard G. Scott, „Wie man Offenbarung und Inspiration für sein Leben empfängt“, Liahona, Mai 2012, Seite 45ff.

Richard G. Scott, „Der Gottesdienst im Tempel – die Quelle der Kraft und der Stärke in Zeiten der Not“, Liahona, Mai 2009, Seite 43ff.

Videos: „Den Heiligen Geist spüren“, „Muster des Lichts (Teil 3): Der Geist der Offenbarung“, „Die Stimme des Geistes

 

Lernen und umsetzen

Die folgenden Vorschläge sollen Ihnen das Lernen erleichtern und Ihnen helfen, das Gelernte anzuwenden. Führen Sie Tagebuch und tragen Sie darin Ihre Gedanken, Gefühle, Erkenntnisse und Pläne ein, wie Sie das Gelernte umsetzen wollen. Da Ihre Bedürfnisse und Lebensumstände im Fluss sind, kann Ihnen einiges noch klarer werden, wenn Sie diese Anregungen immer wieder aufgreifen.

Anleitung zur Unterstützung von Ehepartnern und anderen Angehörigen

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